Die Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland (IFK) ist ein Zusammenschluss der Informationsfreiheitsbeauftragten des Bundes und der Länder mit dem Ziel, das Recht auf Informationszugang zu fördern und gemeinsam für seine Fortentwicklung einzutreten. Die IFK tagt in der Regel zweimal jährlich in öffentlicher Sitzung.  Der Konferenz gehören die Informationsfreiheitsbeauftragten des Bundes und der Länder an, die ein Informationsfreiheitsgesetz oder ein vergleichbares Gesetz haben. Dies sind derzeit die Länder Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Die Arbeitsweise der IFK ist in einer Geschäftsordnung geregelt.

Online-Konsultation für einen weiterentwickelten Rahmen für Open Data

Online-Konsultation für einen weiterentwickelten Rahmen für Open Data
E-Mail des Bundesverwaltungsamts vom 5. August 2026
Hier: Stellungnahme der Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland (IFK)

Sehr geehrte Damen und Herren,

gern nimmt die IFK die Gelegenheit wahr, sich am Konsultationsverfahren des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung zur Weiterentwicklung des Open-Data-Rahmens zu beteiligen.

Die IFK ist ein Zusammenschluss der Beauftragten für Akteneinsicht, Informationsfreiheit und Transparenz des Bundes und jener Länder, in denen ein Informationsfreiheits-, Informationszugangs- oder Transparenzgesetz besteht. Ihr Ziel ist es, das Recht auf Informationszugang zu fördern und gemeinsam für seine Fortentwicklung einzutreten. 

Im Rahmen des Konsultationsverfahrens nimmt die IFK wie folgt Stellung:

1. Informationsfreiheit, Transparenz und Open Data hängen eng zusammen, basieren teilweise auf europarechtlichen Regelungen und beinhalten allesamt den Grundgedanken der Förderung von Transparenz und Teilhabe.

Trotz der Unterschiede im Einzelnen1 zeigt sich auch in der bundesweiten Praxis, dass eine klare Trennung zwischen Informationsfreiheit und Open Data kaum möglich ist. So erfüllen unstrukturierte Informationen und Open Data ähnliche Funktionen, insbesondere, um thematische Zusammenhänge darzustellen. Ein Beispiel hierfür ist der in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnende Datenjournalismus. Dabei werten Journalistinnen und Journalisten strukturierte Datensätze aus, um daraus in ihrer Berichterstattung gesellschaftlich relevante Zusammenhänge sichtbar zu machen. Gemeinsamkeiten lassen sich auch aus der Nutzung von Portalen herleiten. So hat die Freie und Hansestadt Hamburg ihr Open-Data-Portal mit dem Transparenzportal zusammengeführt und damit einen einheitlichen Zugang geschaffen, der dem zugrundeliegenden gemeinsamen Transparenzgedanken Rechnung trägt. Eine gemeinsame Plattform besteht auch in der Freien Hansestadt Bremen. Die proaktive Bereitstellung von Informationen und Daten reduziert im Übrigen den Aufwand für die Bearbeitung von Anträgen auf Informationszugang: Was bereits veröffentlicht ist, muss nicht erneut individuell zur Verfügung gestellt oder veröffentlicht werden. Auch darin zeigt sich der enge Zusammenhang zwischen Informationsfreiheit und Open Data.

Bestrebungen, Informationen und Daten maschinenlesbar bereitzustellen, sowie die Anforderungen an ihre Barrierefreiheit befördern auch aus technischer Sicht eine einheitliche Betrachtung von Informationsfreiheit und Open Data. Durch die zunehmende Nutzung elektronischer Akten in den Verwaltungen werden entsprechende digitale Lösungen zudem praktikabler.

2. Durch die enge Verzahnung und wechselseitige Abhängigkeiten wirken sich Änderungen einer Rechtsgrundlage auch auf die mit ihr zusammenhängenden Rechtsgrundlagen aus.

Auf Bundesebene besteht ein enger rechtlicher Zusammenhang zwischen dem Informationsfreiheitsgesetz und der für Open Data einschlägigen Regelung des § 12a E-Government-Gesetz (EGovG). Dies lässt sich anhand des auf EU-Recht basierenden Datennutzungsgesetzes (DNG) darstellen: Nach § 1 Absatz 2 DNG begründet dieses Gesetz weder eine Bereitstellungspflicht noch einen Anspruch auf Zugang zu Daten. Vielmehr gilt das Gesetz nach § 2 Absatz 1 DNG unter anderem für Daten, die aufgrund eines gesetzlichen Zugangsanspruchs oder einer gesetzlichen Bereitstellungspflicht zur Nutzung bereitgestellt werden. Das Datennutzungsgesetz kommt also erst zur Anwendung, wenn beispielsweise das Informationsfreiheitsgesetz den Zugang eröffnet oder Daten im Rahmen des § 12a EGovG bereitgestellt werden. § 12a Absatz 3 EGovG wiederum verweist ausdrücklich auf die auch für Open Data geltenden Ausnahmetatbestände des Informationsfreiheitsgesetzes. Änderungen des Informationsfreiheitsgesetzes würden sich also unmittelbar auf die Umsetzung des Datennutzungsgesetzes sowie des § 12a EGovG auswirken und Open Data einschränken.

Eine wirksame Open-Data-Kultur setzt folglich ein Informationsfreiheitsgesetz voraus, das höchstmöglichen Anforderungen an staatliche Transparenz gerecht wird. Die aktuell von der Bundesregierung geplanten Einschränkungen des Informationsfreiheitsgesetzes würden diese Rahmenbedingungen erheblich verschlechtern.2 Diese Bestrebungen hat die IFK bereits deutlich kritisiert.3 Die begrüßenswerte und von der Bundesregierung forcierte Weiterentwicklung von Open Data muss daher mit einer Weiterentwicklung des Informationsfreiheitsgesetzes einhergehen; eine Einschränkung des Informationsfreiheitsrechts indes würde auch Open Data einschränken. 

3. Open Data, das Informationsfreiheitsgesetz sowie fachgesetzliche Vorschriften sollten zu einem einheitlichen Transparenzgesetz weiterentwickelt werden. 

Die IFK begrüßt die Feststellung der letzten Bundesregierung im Rahmen des 2. Open-Data-Fortschrittsberichts bzw. der Evaluierung der Wirkungsziele des § 12a EGovG: „Umso förderlicher wäre es für die Praxis, die Informationsfreiheitsgesetze (IFG, UIG und VIG) und Open-Data-Regelungen zu einem einheitlichen Bundestransparenzgesetz zusammenzuführen.“4 In diesem Zusammenhang weist die IFK darauf hin, dass fachgesetzliche Regelungen bereits teilweise weitgehende Verpflichtungen zur Veröffentlichungen und Bereitstellung offener Daten enthalten.5 Auf diesen Grundlagen werden sowohl die Informationsansprüche als auch die Veröffentlichungspflichten reibungslos umgesetzt. Die bestehenden Regelungen sollten daher bei der Überarbeitung des § 12a EGovG berücksichtigt werden.

Das Informationsfreiheitsgesetz enthält bereits einen grundsätzlichen Rechtsanspruch auf Informationszugang. Das im Koalitionsvertrag6 verankerte Ziel, auch einen Rechtsanspruch auf Open Data zu schaffen, wäre ein wichtiger Schritt hin zur Zusammenführung oder zumindest Angleichung der Rechtsgrundlagen. 

Fazit

Im Ergebnis empfiehlt die IFK, den im Koalitionsvertrag vorgesehenen Rechtsanspruch auf Open Data gesetzlich zu regeln. Außerdem sollte das Informationsfreiheitsgesetz unter Einbeziehung der Open-Data-Regelungen zu einem Transparenzgesetz weiterentwickelt werden. Schließlich sollte geprüft werden, ob die Rechtsgrundlagen der wichtigsten bereits bestehenden Veröffentlichungs- und Open-Data-Pflichten vereinheitlicht werden können.

Ich würde mich freuen, wenn die Stellungnahme der IFK bei der Weiterentwicklung des Open-Data-Rahmens Berücksichtigung fände. Selbstverständlich stehen meine Kolleginnen und Kollegen sowie ich Ihnen für weitere Erörterung gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Dagmar Hartge

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[1] Während unstrukturierte Informationen, also insbesondere klassische Dokumente, über Informationsfreiheitsgesetze auf Antrag herausgegeben oder über Transparenzgesetze aktiv veröffentlicht werden, zielt Open Data auf die aktive Veröffentlichung strukturierter Daten.

[2] Ergebnisse des Koalitionsausschusses vom 2. Juli 2026 – Programm für Aufschwung und Beschäftigung, Punkt 32, abrufbar unter www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/reformen-rente-arbeitsmarkt-steuern-2445598.

[3] Presseinformation der IFK vom 6. Juli 2026: „Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten: Informationsfreiheitsbeauftragte kritisieren Pläne der Bundesregierung zum Kahlschlag in der Informationsfreiheit“, abrufbar unter www.lda.brandenburg.de/lda/de/service/presseinformationen/details-presse/~06-07-2026-konferenz-der-informationsfreiheitsbeauftragten-informationsfreiheitsbeauftragte-kritisie.

[4] Unterrichtung durch die Bundesregierung: Zweiter Bericht der Bundesregierung über die Fortschritte bei der Bereitstellung von offenen Daten und Evaluierung der Wirkungsziele des § 12a des E-Government-Gesetzes. Bundestags-Drucksache 20/15020 vom 17. Februar 2025.

[5] Beispielsweise § 10 Umweltinformationsgesetz und das Geodatenzugangsgesetz. 

[6] Verantwortung für Deutschland. Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD. 21. Legislaturperiode. Seite 69 f., Rn. 2244.

 

 

 

 

 

Handreichungen / Orientierungshilfen

Praxishandreichung zur Ausgestaltung von öffentlichen TransparenzportalenTransparenzportale sind digitale Plattformen, auf denen öffentlich zugänglich Daten und Informationen der öffentlichen Verwaltung zur Verfügung gestellt werden. Durch Bereitstellung und Auffindbarmachen von amtlichen Informationen wird die Informationsfreiheit hin zur Transparenz weiterentwickelt.pdf / 227 KB
Prinzipien der Informationsfreiheit und Umsetzungshinweise zur „Informationsfreiheit by Design“ Mit einem besonderen Fokus auf die E-AkteZu „Informationsfreiheit by Design“ zählt die Gesamtheit technischer und organisatorischer Instrumente nach dem Stand der Technik, die der Wahrnehmung und Erfüllung der Rechte nach den Informationsfreiheits-, Umweltinformations- und Transparenzgesetzen des Bundes und der Länder dienen. Damit unterstützt „Informationsfreiheit by Design“ einerseits informationspflichtige Stellen bei der Erfüllung eines beantragten Zugangs zu amtlichen Informationen. Mit einer guten organisatorischen Vorbereitung und der Nutzung digitaler Techniken kann die Verwaltung ihren Aufwand erheblich senken. Für Antragstellende wird andererseits der Informationszugang beschleunigt und erleichtert. Besonders mit einem gut geplanten E-Aktenverfahren kann der Informationszugang schneller und mit weniger Verwaltungsaufwand und damit auch kostengünstiger erfolgen. Auch die proaktive Bereitstellung bzw. Veröffentlichung von Informationen entsprechend den jeweils geltenden Transparenzpflichten kann durch „Informationsfreiheit by Design“ erleichtert werden.pdf / 398 KB
Prinzipien der Informationsfreiheit und Umsetzungshinweise zur „Informationsfreiheit by Design“ Mit einem besonderen Fokus auf die E-Akte (kurze Checkliste)Zu „Informationsfreiheit by Design“ zählt die Gesamtheit technischer und organisatorischer Instrumente nach dem Stand der Technik, die der Wahrnehmung und Erfüllung der Rechte nach den Informationsfreiheits-, Umweltinformations- und Transparenzgesetzen des Bundes und der Länder dienen. Damit unterstützt „Informationsfreiheit by Design“ einerseits informationspflichtige Stellen bei der Erfüllung eines beantragten Zugangs zu amtlichen Informationen. Mit einer guten organisatorischen Vorbereitung und der Nutzung digitaler Techniken kann die Verwaltung ihren Aufwand erheblich senken. Für Antragstellende wird andererseits der Informationszugang beschleunigt und erleichtert. Besonders mit einem gut geplanten E-Aktenverfahren kann der Informationszugang schneller und mit weniger Verwaltungsaufwand und damit auch kostengünstiger erfolgen. Auch die proaktive Bereitstellung bzw. Veröffentlichung von Informationen entsprechend den jeweils geltenden Transparenzpflichten kann durch „Informationsfreiheit by Design“ erleichtert werden.pdf / 315 KB

Entschließungen der IFK

Entschließung der 49. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland am 26.11.2025 in ErfurtPrivat finanzierte Forschung an Hochschulen muss transparenter werden! Erfolgreiche Forschung braucht nicht nur exzellente Köpfe, sondern auch erheblichepdf / 185 KB
Entschließung der 48. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland am 18.06.2025 in JenaProtokolle der öffentlichen Sitzungen der Kommunalparlamente offenlegen!pdf / 8 KB

Entschließung der 46. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland am 05.06.2024 in DresdenPflicht zur Informationsfreiheit und Transparenz auch für Kommunen in Hessen und Sachsen!pdf / 97 KB
Entschließung der 46. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland am 05.06.2024 in DresdenGleicher Auftrag – gleicher Informationsanspruch gegenüber öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten!pdf / 91 KB

Entschließung der 45. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland am 07.11.2023 in Bonn 25 Jahre Århus-Konvention – Veröffentlichungsanspruch muss ins Gesetz! pdf / 120 KB
Entschließung der 45. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland am 07.11.2023 in BonnKünstliche Intelligenz (KI) verantwortungsvoll für die Informationsbereitstellung nutzen!pdf / 213 KB
Entschließung der 45. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland am 07.11.2023 in BonnModerne Transparenzgesetze bundesweit – für eine lebendige Demokratie!pdf / 124 KB
Entschließung der 44. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland vom 14. Juni 2023 in BerlinDie Demokratie braucht starke Medien – Bundespressegesetz jetzt einführen!pdf / 42 KB

Entschließung der 42. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland vom 30. Juni 2022 in KielSMS in die Akte: Behördliche Kommunikation unterliegt umfassend den Regeln der Informationsfreiheit!pdf / 89 KB
Entschließung der 42. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland vom 30. Juni 2022 in KielKeine Umgehung der Informationsfreiheit durch Errichtung von Stiftungen bürgerlichen Rechts!pdf / 71 KB

Entschließung der 41. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland vom 3. November 2021 Tromsø-Konvention ratifizieren und einheitlichen Mindeststandard für den Zugang zu Informationen in ganz Deutschland schaffen! pdf / 9 KB
Entschließung der 41. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland am 3. November 2021 Umweltinformationen: Beratungs- und Kontrollkompetenz auch auf Landesbeauftragte für Informationsfreiheit übertragen! pdf / 8 KB
Entschließung der 41. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland vom 3. November 2021 EU-Richtlinie zum Whistleblowerschutz zeitnah umsetzen! Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber umfassend und effektiv schützen! pdf / 106 KB

Protokolle der IFK

Anlage zum Protokoll der 50. Sitzung der Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland (IFK) 10. Juni 2026 – PotsdamVortrag: "Unser Prototyp und das Projekt des Bayerischen Justizministeriums ALeKs (Anonymisierungs- und Leitsatzerstellungs-Kit zur smarten Veröffentlichung von Gerichtsentscheidungen)"pdf / 2 MB
Anlage zum Protokoll der 50. Sitzung der Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland (IFK) 10. Juni 2026 – PotsdamBericht des Arbeitskreises Informationsfreiheit an die Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland - Veröffentlichung von Gerichtsentscheidungen TOP 5 der 49. IFK vom 26. November 2025 in Erfurt (Stand: 29. Mai 2026)pdf / 517 KB

Einladungen / Tagesordnungen

Die Sitzungen der Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Deutschland werden von dem Arbeitskreis der Informationsfreiheitsbeauftragten vorbereitet.

Zudem bietet dieser Arbeitskreis die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen, Fragestellungen und Probleme länderübergreifend auszutauschen.

Der Arbeitskreis tagt zweimal jährlich unter wechselndem Vorsitz.

Die Sitzungen des Arbeitskreises sind grundsätzlich öffentlich und die Protokolle werden im Internet veröffentlicht.

Einladungen / Tagesordnungen (AKIF)

Protokolle (AKIF)